Bezirkegruene.at
Navigation:
am 16. August

Supermarktwirtschaft

Roland Atzlesberger - Schon wieder zwei neue Supermärkte in Gallneukirchen/Engerwitzdorf! Wie haben wir bloss jahrzehntelang überleben können, bevor die Versorgung durch Konzerne sicher gestellt war?

Einkaufen im Shoppingcenter
Das waren traurige Zeiten!

Die Geschäfte sperrten samstags schon Mittag zu und wir hatten wieder einmal am Wochenende nichts zu essen. Oder am Abend – um 18.00 Uhr waren die Lebensmittelläden geschlossen. Und der 8. Dezember – frage nicht!

Ich bin ziemlich viel unterwegs in und um Gallneukirchen. Immer öfter fallen mir neue Baustellen oder Plakattafeln mit Ankündigungen wie „Hier entstehen in Kürze xx Wohnungen oder Mehrfamilienhäuser“. Endgültig voll war das Maß für mich mit der Aussicht auf die neuen Supermärkte am Ortseingang – ein zweifelhafter Erfolg.

Laut Kurt Weinberger, dem Vorstandsvorsitzender der Hagelversicherung zerstört jeder Arbeitsplatz in einem Supermarkt zwei andere in der Region (aber zum Glück nicht bei uns!). Ich kann das Gerangel um Arbeitsplätze verstehen – ganz wichtig für Gemeindeeinnahmen in Zeiten leerer Gemeindetöpfe – für mich ist es trotdem auch eine Frage von Solidarität. Ein Supermarkt ist nicht deshalb ein regionaler Händler, weil das Geschäftslokal im Ort liegt, und Nestlè-Schokolade wird nicht in der Region erzeugt.
 
Der andere Aspekt, der mich ebenfalls emotional anspricht ist jener der Bodenvernichtung. Boden bringt unsere Nahrungs- und Futtermittel hervor, reguliert den Wasserhaushalt, schützt vor Hochwassergefahren, filtert unser Trinkwasser und sorgt für eine Klimaregulierung. Humus ist der größte Kohlendioxid-Speicher überhaupt.

Trotzdem wird unreflektiert Fläche verbraucht: In Oberösterreich werden 300 Hektar pro Jahr unter Asphalt und Beton zugedeckt oder anderweitig versiegelt. Das Problem wird immer drängender. Vor allem in Regionen rund um die Städte wird für Bauern das Land knapp und unerschwinglich. Fast 20 Prozent des besiedelten Gebiets in Oberösterreich sind bereits versiegelt – für Bauten, für Straßen oder für eine andere, nicht landwirtschaftliche Nutzung. (http://www.land-oberoesterreich.gv.at/files/publikationen/LFW_bauernland_ooe.pdf)

Schluss mit weiteren Supemärkten
Ich wünsche für die Stadt EntscheidungsträgerInnen, die mutig sind, vorausschauende Konzepte für die Zukunft zu entwickeln – und auch mal „nein“ zu sagen!​

Jetzt spenden!