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am 27. Juli

Ene mene muh, und raus bist du!

Ulrike Thoma - Gedanken zum Geschäftesterben

Da ein Bekleidungsgeschäft, dort ein Spielzeuggeschäft und jetzt die Biogreißlerei.

Wir schließen nicht, weil wir schlecht arbeiten, unfreundlich zu unseren Kunden sind oder gar etwas mit unserer Ware nicht stimmt.

Niemand wird behaupten, dass er geschlossene Geschäfte schön findet oder sie gar zur Belebung der Orte und somit zur Lebensqualität beitragen.

Alle finden es schade, dass man jetzt eben dieses Fachgeschäft nicht mehr im Ort hat und, so wie in meinem vorigen Wohnort, wegen einem Radiergummi wohin fahren muss.
Ja, der Radiergummi, den habe ich jetzt als Schuldigen entlarvt, der wurde nämlich woanders vergessen...

Oder die gute Milch vom Bauern in der Flasche die es woanders nicht gibt.
Viele kleine Übeltäter fallen mir da ein und sie haben alle etwas gemeinsam; Sie wurden beim Großeinkauf vergessen. Von Radiergummis, Flaschenmilch und anderen Kleinigkeiten kann aber nicht einmal das winzigste Geschäft leben.

Das Geiz ist Geil Einkaufsverhalten kann im Fachgeschäft nicht ausgelebt werden, Qualität ist kein Faktor mehr in der Werbung, es zählt ausschließlich der Preis.


Viele von uns erinnern sich sicher noch an Günther Tolars „Made in Austria“-Show. Damals war es selbstverständlich, dass man heimische Ware kauft, weil allen klar war, dass das Arbeitsplätze und Wertschöpfung für das Land bedeutet; was ist passiert , dass das jetzt alles so wurscht geworden ist.

Warum zieht uns die Billigware aus aller Herren Länder so magisch an, dass wir über den ganzen Wahnsinn, der damit zusammenhängt hinwegsehen?


Werden wir erst, wenn die letzten kleinen Geschäfte geschlossen haben, erkennen, dass die Abhängigkeit von den Konzernen doch nicht so geil ist, trotz der Superpreise?
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