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am 14. März

Noch mehr Ostumfahrung

Christian Wagner - Mitte Februar wurde im Gemeindevorstand und im Gemeinderat über die Ostumfahrung von Linz gesprochen.

S7

Anlass war eine Stellungnahme der Gemeinde zur Trassenverordnung des Landes. Wir Grüne haben der Stellungnahme zugestimmt, weil die wesentlichen Problempunkte darin angeführt sind: die Gefährdung der Wasserversorgung im Bereich des Tunnels in Treffling, erhöhte Lärm- und Schadstoffbelastung entlang der gesamten A7 durch mehr Verkehr, und besonders in Mittertreffling auf Grund des Tunnelportals.

Unglücklich sind wir aber mit dem letzten Absatz der Stellungnahme, der eine Autobahn von Unterweitersdorf nach Enns fordert. Wohlgemerkt zusätzlich zu der schon bekannten Ostumfahrungsvariante zwischen Treffling, Steyregg und Ebelsberg! Bürgermeister Fürst hat genau diese zusätzliche Autobahn auch in der "Bezirks Rundschau" gefordert. Ich habe vergeblich versucht, die anderen Fraktionen von der falschen Richtung dieser Idee zu überzeugen. 

Eine zusätzliche Autobahnverbindung zu fordern ist keine zeitgemäße oder gar zukunftsorientierte Verkehrspolitik. Mehr noch, im Rundschau-Interview und bei der Diskussion im Gemeinderat wird sogar der Plan einer "Waldviertelautobahn" als Argument herangezogen, warum es noch mehr Autobahnen braucht. Diese ist als Verbindung von der S10 bei Freistadt, quer durchs Mühl- und Waldviertel, über Gmünd und Horn zur S3 bei Hollabrunn geplant.

Durch die "Waldviertelautobahn" würde es bei uns zu noch mehr Verkehr aus dem Norden kommen. Studien zeigen klar: Mehr Straßen sind keine geeignete Antwort auf mehr Verkehr. Im Gegenteil, zusätzlich Straßen produzieren noch mehr Verkehr. 

Ich fürchte die ÖVP und die FPÖ sind kein Hilfe beim Kampf gegen die Ostumfahrung. Sie bewegen sich im Weltbild auch verkehrspolitisch immer weiter Richtung der 1960er Jahre zurück, als Autobahnen noch als Inbegriff des Fortschritts galten. 

Die dringenden Herausforderungen der Gegenwart und der nahen Zukunft wie Klimaschutz und Energiewende werden ignoriert. Man beschränkt sich auf Mitgliedschaften in grundsätzlich sinnvollen Gemeindeverbänden wie Klimabündnis, Bodenbündnis oder Klima- und Energiemodellregion (KEM). Wenn es dann aber um Entscheidungen geht, werden deren Grundsätze weitgehend ignoriert. 

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