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am 20. März

MühlFerdl e-car sharing in Gallneukirchen: Nutzen statt besitzen

Martin Danner - Elektromobilität ist in aller Munde, und Gallneukirchen ist mit von der Partie.

Mühlferdl

Mitte 2016 schaffte sich das Stadtamt ein E-Fahrzeug an, und seit Spätherbst ist auch in in unserem Städtchen ein Elektromobil für die Jederfrau nutzbar: Der „Mühlferdl“, so der Markenname des von der Energiegenossenschaft Donau Böhmerwald und dem Energie Bezirk Freistadt betriebenen Carsharing-Unternehmens, ist eine Flotte von 17 Elektroautos, die zwischen Aigen-Schlägel und St. Geogen am Walde, zwischen Ottensheim und Freistadt ihren Standplatz haben. In Gallneukirchen steht er übrigens beim CityCenter.

Frage Nummer 1: Reichweite?
Die meisten Wege liegen im Bereich von unter 30 km. Und bei einer Reichweite von 150 km (Sommer) und 100 km (Winter) einfach kein Thema.

Der Preis? 3,90 Euro pro Stunde erscheinen vergleichsweise teuer.
Für die angedachte Nutzergruppe - Familien mit Zweitautobedarf bzw. Seltenfahrer – ist es allemal günstiger als ein eigenes Auto zu erhalten: für 5.000 km im Jahr müssen zumindest 1.700,- € an Erhaltungs- und Betriebskosten aufgewendet werden. Und dafür kann man knapp 550 Stunden fahren, das sind 10 Stunden pro Woche.

Ja - und die Energie?
E-Autos verbrauchen weniger als 1/3 von fossil angetriebenen Fahrzeugen. Und der Strom muss ja nicht unbedingt aus Erdöl gewonnen werden, da gibt es noch Sonne, Wind und Wasser…

Machen die GRÜNEN jetzt auch schon Autowerbung?
Ja, klar, hör zu: Mobilität ist eine Eigenschaft im Kopf. Beweglichkeit in Sachen Beweglichkeit. Und da machen Sinn:
  • Sanfte Mobilität: zu Fuß oder mit dem Rad
  • Gemeinsame Mobilität: Öffis nutzen
  • Nähe: nicht zwangsweise auf „große“ Mobilitätslösungen angewiesen sein
  • Teilen statt besitzen: Bei vielen Familien stehen schon mehr als 2 Autos vor der Tür, da ist ein Teilzeitauto eine denkbare Alternative.
Verkehr in Gallneukirchen
Gallneukirchen wächst. Wirklich?
Nein, eigentlich schrumpfen im Ort die Agrar- und Grünflächen. Zusätzlich wird das Gemeindegebiet rundherum zugebaut: Linzerberg, Gallusberg, Pfarrfeld, überall schmiegt gemeindefremder urbaner Raum sich an „unsere“ Gemeindegrenze. Die gewachsenen Ortsgrenzen stimmen nicht mehr mit den Fakten überein, und mit dem Einfamilienhaus-Idyll wuchert auch das Verkehrsaufkommen.

An den Stadteinfahrten lagern die Handelsriesen und harren der heimkehrenden PendlerInnen, auf dass sie ihren erworbenen Verdienst gar nicht bis nach Hause bringen können. Und zuhause angekommen erkennt man: auch der sogenannte „ruhende Verkehr“ ist eine Belastung. Parkraum ist knapp und teuer im Zentralraum. Ein durchgängiges Verkehrskonzept wird noch Zeit brauchen, und unser schönes Gallneukirchen versinkt zwei mal täglich im Stau.

Abhilfe
Nun kann ich diesem Befund leider wenig entgegensetzen: Bei übergreifenden Raumordnungskonzepten ist Österreich im internationalen Vergleich traditionell ein Schlusslicht.

Muss ja nicht sein – MühlFerdl kann ein Anfang vom Umdenken sein. Geistige Mobilität sozusagen! Die GRÜNEN Gallneukirchen sind schon dabei.
Mühlferdl
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