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am 5. April

Bald zum Auswandern?

Martin Danner - Ja, ich bin gern mit dem Rad in unserer schönen Stadt unterwegs.

Baustellenschilder

Doch in letzter Zeit knirscht es immer öfter zwischen meinen Zähnen: Beim Heimkommen erwarten mich Staubwolken von den vielen Baustellen, aufgewirbelt von der Straße durch den Stoßverkehr. Vorbei an leeren und vollen Parkplätzen scheint sich Gallneukirchen ganz dem Automobilismus verschrieben zu haben. Ja, wir sind und werden immer mehr der Verkehrsknoten des Mühlviertels. Durch die rege (böse Stimmen behaupten: ungezügelte) Bautätigkeit im Ort und rundherum (unsere NachbarInnen werden durch unsere Infrastruktur mit erschlossen) wird das Stauen richtig zur Lust. Vorbei am unvergleichlichen Einzelhandelszentrum (Welcher Ort kann sonst von sich behaupten, eine fast vollständige Auswahl aller Einzelhandelsketten im dichtesten Umkreis auf sich vereinigen zu können?) sinniere ich über den Verdrängungswettbewerb, der hier herrscht. Wer‘s nicht überleben sollte, wird sicher von der nächst billigeren Kette übernommen werden. Oder Leerstand. Ja, ich weiß, die meisten Shops gehören ja zur Nachbargemeinde, kann ma nix machen. Genauso wie die meisten neuen Häuser. Hier lebt er, der Traum vom eigenen Heim. Mit mindestens zwei Parkplätzen vor der Tür, da fährt das Auto drüber. Da brummt die Wirtschaft. Und der Verkehr, in dem ich stecke. Und zuhause brummt dann meine Frau, meint, wenn der Lärm weiter so zunimmt, wird´s bald zum Wegziehen. Ein Häuschen auf dem Land, vielleicht? Ach, sag ich, hier haben wir doch alles. Ja: Lärm, Abgase, Staub! Demnächst werde ich mich wegen einer Lärmschutzverglasung für unsere Fenster erkundigen. Könnte schön teuer werden.

Mich wundert‘s, dass die Lederergasse noch nicht als breiter, roter Strich im Lärmschutzkataster eingezeichnet ist. Doch solange „es ist schön“ als oberstes Ziel in dieser Gallneukirchner-Engerwitzdorfer Verkehrs- und Flächenmisere verlautet wird, „schön“ als erstes Argument, dass eh kein weiterer Naturschutz oder so gebraucht wird und „schön“ wie eine Beschwörungsformel gegen die kleinliche Kritiksucht missgünstiger Randgruppen in Anschlag gebracht wird, solange wird der blau-schwarze Zug drüber fahren, statt der Regiotram. Ich hoffe nur, das wir am Ende nicht alle schön schaun werden. Weil: Hausbauen am Land ist auch keine Lösung …​

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