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am 6. Dezember 2017

Sind wir noch zu retten?

Roland Atzlesberger - Gemeindeübergreifendes Baum- und Strauchpflanzen im Katholischen Pfarrgarten

FREUNDE DER ERDE-Projektleiter Bernhard Berger bei der Pflanzaktion. Gemeindeübergreifendes Baum- und Strauchpflanzen im Katholischen Pfarrgarten
Liebe Leserin und lieber Leser!


Die Überschrift bezieht sich nicht, wie mancheR meinen könnte, auf aktuelle politische Ereignisse im Ort, sondern vielmehr auf den Klimawandel.

Nach Jahrzehnten, in denen dieses Schlagwort die Meinungen der ÖsterreicherInnen geschieden hat, darf auch der hartnäckigste KlimaänderungsleugnerIn zugeben: Ja, es gibt schon etwas!

Angesichts von Klimakonferenzen und gesprengten Abkommen, zahnlosen Versprechen seitens der österreichischen Bundesregierungen, Sparpotential zur Budgetsanierung werden manche meinen, es läge nicht bei uns Gallneukirchnern und Gallneukirchnerinnen, hier etwas zu ändern. In Gemeinderatssitzungen wurde öfters offiziell darauf hingewiesen, dass wir uns um Gemeindepolitik zu kümmern haben und Dinge, die so weit entfernt passieren oder entschieden werden, nicht in unserem Verantwortungsbereich lägen. Das ist seitens der betreffenden Gemeinderät-Innen ignorant und kurzsichtig.

Wer wird das Klima der Erde retten? Der Staat? Die Wirtschaft? Die KonsumentInnen, die ja angeblich so viel bewirken können, wenn sie ihre Macht als VerbraucherInnen nutzten und nur ja die „richtigen“ Produkte einkauften? Solange es kommerziell angewandt wird, ist regional, bio, nachhaltig und fair eine Nische, um auch alle Segmente ökonomisch auszuschöpfen.

Der Klimawandel ist ein so großes Thema, dass viele persönliche Ohnmacht empfinden.

Dabei ist zum anderen „das Klima“ ja auch nichts Homogenes. Lokale Maßnahmen können das „Mikroklima“ in einer Region beeinflussen: Wesentlich ist z.B. immer auch der Zustand der Böden – intakte Flächen speichern Kohlenstoff, halten Wasser bei Starkregen zurück und beugen Erosion vor. Sind im Gegensatz dazu die Böden versiegelt, fließt das Wasser bei längeren Niederschlägen rasch in großen Mengen über das Abwassersystem in die Flüsse, wo es zu Hochwasser kommen kann. Ein intakter Boden speichert einen Teil des Wassers und gibt ihn in Trockenphasen an Pflanzen ab, die das Wasser verdunsten. Ein anderer Teil des Wassers versickert und wird zu Grundwasser. So kann je nachdem, wie wir den Boden behandeln, derselbe „Jahrhundertsommer“ in einem Gemeindegebiet ganze Ernten ausfallen lassen, während parallel Landwirtschaft, die auf Bodenschutz aufbaut, die Früchte ernten wird.

Wer bleibt in der Verantwortung übrig? Gemeinden können viel dazu beitragen, den Klimawandel lokal zu verlangsamen. Im bundesdeutschen Aktionsplan zum Klimawandel wird beispielsweise betont, dass Kommunen zu den zentralen Akteuren der Anpassung an den Klimawandel gehören.

Wir wissen, dass sich die Häufigkeit und Stärke von Extremwetterereignissen erhöhen wird und zukünftig Hitzeperioden länger andauern können. Wir wissen, dass durch veränderte Niederschlagsmengen und deren jahreszeitliche Verschiebung die Wahrscheinlichkeit von Trockenperioden, insbesondere in den Sommermonaten steigen wird.

„In städtischen Gebieten verstärken sich stadtklimatische Effekte, die aus einem hohen Bebauungs- bzw. Versieglungsgrad resultieren. Das Stadtklima verändert die regionalen und lokalen Klimabedingungen. Im Vergleich mit dem Umland sind z.B. eine weitere Erwärmung, höhere Maximaltemperaturen und eine höhere Wärmespeicherung typisch. Wie sich diese Effekte ausprägen, ist stark von Art und Ausmaß der baulichen Nutzung, der Stadtstruktur sowie standörtlicher und lokalklimatischer Besonderheiten abhängig.“ https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/364/publikationen/kompass_themenblatt_hitze_stadt_2015_net.pdf

Gemeinden wollen tendenziell mehr Siedlungsraum mit einem großzügigen Straßennetz erschließen und Betriebe anlocken. Eine übergreifende Raumplanung fehlt weitgehend. Böden gehören zu den wenigen Gütern, deren Wert steigt, wenn sie zerstört werden. Durch die Wahrung kurzfristiger Interessen gehen aber meist sehr fruchtbare Böden verloren.


Die Gemeindepolitik ist zuständig. Es liegt (auch) in unserer Hand.
Bäumepflanzen Galli
Gemeindeübergreifendes Baum- und Strauchpflanzen im Katholischen Pfarrgarten
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