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am 14. März

Der Klimawandel hat viele Folgen

Christian Wagner - Haben Sie auch so über die Hitzewelle im Sommer 2018 gestöhnt? Ist ihr Garten vertrocknet? Oder kennen Sie Bäuerinnen und Bauern, die wegen des Wassermangels Schäden und Ernteausfälle verkraften mussten? Stellen Sie sich darauf ein, solche Sommer werden wir in Zukunft öfter erleben.

Spritzen am Feld

https://www.ooebluehtauf.at​Nicht nur die große Trockenheit im letzten Jahr, auch der schneereiche Winter heuer sind Zeichen des beginnenden Klimawandels. Für sich genommen sind einzelne Ereignisse keine Beweise für eine Klimaveränderung, aber die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Die 20 wärmsten Jahre waren alle in den letzten 22 Jahren. Inklusive etlicher „Jahrhundertsommer“. In den letzten vier Jahren, den vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen, lag die Durchschnittstemperatur bereits mehr als 1° Grad über dem Wert des späten 19. Jahrhunderts.

Immer wieder hört man, dass ein paar Grad mehr ja nicht so schlimm wären, und gerade bei uns in Österreich gar nicht besonders spürbar sind. Klar, andere Gegenden betrifft die Erderwärmung viel unmittelbarer. Zahlreiche Inseln und Küstengebiete werden in wenigen Jahrzehnten unbewohnbar sein oder ganz vom immer weiter steigenden Meeresspiegel verschluckt werden. Das wird aber nicht nur Auswirkungen auf beliebte Urlaubsziele haben, sondern auch die Lebensgrundlage vieler Millionen Menschen zerstören.

Das wird weltweite Fluchtbewegungen in ungeahntem Ausmaß auslösen. 

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die selben Menschen, die nach wie vor die Klimakatastrophe leugnen oder kleinreden, mitverantwortlich dafür sind bzw. nichts dazu beitragen wollen, diese und andere Folgen möglichst gering zu halten.

Aber auch bei uns gibt es zahlreiche Auswirkungen, die man jetzt schon sieht oder sehr genau vorhersagen kann. 

Die Erwärmung in der Arktis beeinflusst das Wetter in Europa stark. 

Die geringeren Temperaturunterschiede zwischen der Polarregion und Mitteleuropa verändern die großräumigen Windströme. Das hat etwa zu den starken Schneefällen an der Alpennordseite in diesem Winter geführt, weil der schwache Wind die feuchten Luftmassen nicht so schnell weiter geblasen hat wie bisher. Genauso halten sich im Sommer trockene Hochdruckgebiete viel länger, und führen zu Dürre und Wassermangel. 

Solche und andere Wetterextreme mit Stürmen, Überschwemmungen, Murenabgängen und Lawinen werden in den nächsten Jahren wohl zum Regelfall werden.

Besonders dramatisch sind die Auswirkungen der Klimaerwärmung aber für unsere Insekten. Im Februar machte eine Studie Schlagzeilen nach der 40% aller Insektenarten vom Aussterben bedroht sind. Nicht nur der Verlust verschiedener Arten ist dabei besorgniserregend für unser Ökosystem, sondern vor allem die dramatisch schrumpfende Gesamtmenge an Insekten. Laut der Studie sinkt ihre Anzahl um 2,5% pro Jahr! 

Letztes Jahr hat man an einer Zählstelle in einem deutschen Naturschutzgebiet festgestellt, dass dort seit 1989 die Menge an Insekten um 76% abgenommen hat. 

Insekten sind die Nahrungsgrundlage für viele Vögel, kleine Säugetiere, Fische und Reptilien und damit die Basis der Nahrungskette.

Die weltweit steigenden Temperaturen sind aber nur einer der Gründe für das Insektensterben. Sehr viele Bienen und andere Insekten werden durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und den Gärten getötet. 

Die Lichtverschmutzung führt dazu, dass Insekten von den Lichtquellen angezogen werden. Dort verhungern sie entweder oder sind leichte Beute für ihre Fressfeinde.

Eine sehr große Rolle spielt aber die Tatsache, dass die Insekten ganz einfach ihren Lebensraum verlieren. In Monokulturen, „sauberen“ Feldränder und von Robotern gemähten Rasenflächen in Gärten haben Insekten keine Chance. 

Dabei können wir alle etwas dazu beitragen, den Insekten zu helfen:

Zum Beispiel kein Gift im Garten versprühen, ein Stück blühende Wiese ungemäht stehen lassen, nachts die Außenbeleuchtung abdrehen.

Die großen Maßnahmen zum Insektenschutz erfordern aber politische Weichenstellungen. 

Um hier Druck auf Landes- und Bundesregierung zu machen gibt es derzeit eine Petition zum Schutz von Bienen, Vögeln, Schmetterlingen & Co. Die Forderungen zum Schutz von Lebensraum beinhaltet auch Bodenschutz, verträglichere Landwirtschaft, mehr naturnahe Flächen im öffentlichen Raum und Bewusstseinsbildung. Alle Details finden Sie auf der Webseite der Petition.  

​https://www.ooebluehtauf.at​

Vielleicht können Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen und die Petition im Internet unterschreiben. Unseren Insekten zuliebe und für unsere Zukunft.

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