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am 5. April

Pech oder Schicksal?

Gudrun Bernhard - Das Schicksal von L. ist leider kein Einzelfall – allein im Raum Gallneukirchen sind 30 junge Menschen in der gleichen ausweglosen Situation. Die Integrationswilligkeit sollte unbedingt für die Entscheidung über das Bleiberecht herangezogen werden!

Integration fängt im Kleinen an.

L* (19) ist ein höflicher junger Mann: wissbegierig, reflektiert, bescheiden, ein Sprachtalent. Im Fußballverein, in der Schule und im Sozialen aktiv, verlässlich und hilfsbereit - ein Heranwachsender, wie ihn unsere Gesellschaft dringend braucht. Sein Bewusstsein für die Werte guten Zusammenlebens ist ungewöhnlich für sein Alter - seine Dankbarkeit für unser Leben in Freiheit und Sicherheit ist groß.

Darum möchte er beitragen zu einem friedlichen, gelingenden Miteinander, wo jenen geholfen wird, die Hilfe brauchen, wo Hintergrundwissen und Meinungsbildung erwünscht und Gewissen und Glauben kein Widerspruch sind.

Das ist ihm in seinem Heimatland, wo nach 30 Jahren Krieg andere Gesetze gelten zum Verhängnis geworden.
Darum ließ er alles, was ihm lieb war, zurück und beantragte nach Monaten der Flucht als 16-Jähriger Asyl in Österreich.

Jetzt wurde sein Asylantrag abgelehnt, ungeachtet dessen, dass ein Zurück für ihn unmöglich – weil tödlich – ist.  

Österreichs Regierung rühmt sich der hohen „Rückführungsquote“.
Ich schäme mich dafür.​

Gudrun Bernhard, Mitglied in der Steuergruppe GiG, gemeinsam in Gallneukirchen

* Name der Autorin bekannt.​

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