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am 1. Dezember 2017

Politik in der Sackgasse

Martin Danner - Kürzlich erhielt ich den Tipp: Wenn Du nicht weißt, wohin es gehen soll, dann schließe mal aus, wohin es NICHT gehen soll. Na, schauen wir mal

Politik in der Sackgasse

Wenn ich was nicht mag, dann ist es, wenn mit jemand erklärt, das eh alles gut ist, toll, schön.
Es wird gesorgt für uns. Keine Probleme da, deren Lösung nicht schon in Griffweite ist etc. Wir leben ja in in einem so schönen Ort. Und im schönen Österreich. Keine Sorgen, keine Gedanken, keine Kritik.

Wenn ich etwas nicht mag, dann ist es, wenn mir jemand erklärt, wer schuld ist.
An Problemen, die ohne diese Schuldigen, die so gar nicht pflichtschuldig schuldbewusst sind, sondern vielleicht und überhaupt sogar noch freche Sozialhängemattenstrapazierer, also diese Probleme, welche im Vergleich zu anderen Problemen gar net so ins Gewicht fallen würden. Oder wer wird noch laufend an die Kosten diverser Bankenrettungen erinnert...?

Wenn ich was nicht mag, dann das Gefühl, wenn pure Parteidisziplin den Meinungsaustausch zwischen Volksvertretern zum Erliegen bringt.
Wenn der Machttrieb wie ein Pestizid manchmal Vernunft, manchmal auch Humanität, öfter aber Verhältnismäßigkeit und Augenmaß zum welken bringen.
Was mich zum Stirnrunzeln bringt ist das „immer weiter so“, das „Wachsen“, das „Leisten“, sich was leisten können und dafür was leisten müssen. Immer mehr, immer mehr, immer mehr. Weil das ist ja gut. Aso, aha.

Was mir fehlt: Gemeinsames Handeln so ausrichten, das unseren waren Zukunftsthemen mit einbezogen werden: Klimawandel, Bodenschutz, sozialer Zusammenhalt, Verkehr, bewaren von Frieden und Menschenwüde....
Wir (als Gesellschaft) sind schon zu lange, zu schnell, in die falsche Richtungen unterwegs.

Ich wünsche mir, dass Menschen heraustreten aus dem Raum des abstumpfenden Versorgtwerdens, der rundum Absicherung, sich erheben über scheinbare Sachzwänge, herabsteigen von hohen Ross des vermeindlicher Gewissheiten und sich zusammentun,gemeinsam Lebensraum gestalten - nicht nur den eigenen Vorgarten und das Aktienportfolio.

Kürzlich habe ich gelesen, man kann das auch so sehen: Wir Europäer seine alle per Geburt Arschlöcher. Seit Jahrhunderten wird zu unseren Gunsten ausgebeutet, kolonialisiert, versklavt, optimiert. Heute paradise papers, gestern Billiglohnländer, vorgestern Sklavenhandel und Eroberungsfeldzüge. Wir Europäer sind in einem funktionierenden Ausbeutungskapitalismus aufgewachsen und nehmen an, dass es immer so weiter geht. Gefangen in der alten Welt, zu der wir gehören, fehlt uns der Sinn für das, was kommen wird. Kommende Generationen werden einmal mit Verwunderung, aber auch Fassungslosigkeit und Verachtung auf diese, unser gegenwärtige Lebenshaltung zurückblicken. (Milo Rau, www.taz.futurzwei.org )


Von außerhalb der Sackgasse.
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