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am 14. März

Schulküche Engerwitzdorf

Jenny Niebsch - Aktueller Stand

Im Mai 2018 haben wir erstmals über Pläne, die Schulküche abzuschaffen und das Essen von der Diakonie zu beziehen, berichtet.

Im Juli wurde 400 Unterschriften für den Erhalt der Schulküche an den Bürgermeister übergeben, und wir haben im Oktober im Gemeinderat den Antrag gestellt, dieses Thema mit allen Beteiligten an einem „Runden Tisch“ zu diskutieren. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt und die weitere Erörterung in Fraktionsgespräche verlagert. Dort wurde die Frage Ende Oktober 2018 von 9 Männern und 2 Frauen diskutiert. 

Wir haben im Vorfeld versucht, alle Argumente und Gegenargumente so neutral wie möglich zusammenzufassen, um eine Abwägung des Für und Wider zu ermöglichen. Hier die wichtigsten:

Qualität:


Die Schulküche kocht am Tag etwa 250 Portionen nach den Kriterien der Gesunden Küche. Die Zufriedenheit ist mit einer Notenbewertung 1,6 (2017) sehr hoch. Pädagogische Kräfte bestätigen dies. Die Diakonie kocht etwa 700 – 900 Portionen am Tag ebenfalls als Gesunde Küche. Über die Zufriedenheit der Kunden gibt es keine umfassenden Umfragen.


Preis:


Der Preis für ein Essen der Schulküche liegt nach Schätzungen mindestens 1 € unter dem zu erwartenden Preis des Diakonieessens. Genaue Kalkulationen sind schwierig, da auch die Kosten für Ausgabe, Abwasch und Abschreibungen miteinbezogen werden müssen.

Versorgungssicherheit:


Bei einer Auslagerung der Essenversorgung ist der Anbieter für die Sicherstellung der Dienstleistung verantwortlich. Fällt in der Schulküche jemand aus, muss sich die Gemeinde um Ersatz kümmern. Bisher konnten Ausfälle bis zu mehreren Wochen, auch Ausfälle der Hauptköchin, immer gemeistert werden. Für einen noch längeren Ausfall würde die Möglichkeit bestehen, in dieser Zeit das Essen von einer Großküche in Linz zu beziehen (lt. Recherche der Grünen).

Das sind nur die „harten“ Fakten. Eine Schulküche vor Ort und direkt bei den Kindern, zumindest denen der VS Scheinbach, zu haben, hat natürlich auch noch Vorteile, die eher pädagogischer Natur sind und sich nicht in Geld aufrechnen lassen. Dazu kommt die Autonomie einer eigenen Küche, der Fakt, dass ausschließlich für Kinder gekocht wird und natürlich auch die Arbeitsplätze der Köchinnen. Seit 1982 arbeitet die Schulküche nun schon zur Zufriedenheit der Kinder und Eltern und hat sich immer an neue Gegebenheiten (wachsende Zahl der Essen, Allergien) gut angepasst. Wollen wir das wirklich aufgeben?

Die ÖVP vertrat in den Fraktionsgesprächen die Ansicht, dass der Versorgungssicherheit in der Frage oberste Priorität eingeräumt werden muss und malt Unwägbarkeiten wie eine unbekannte Steigerung der Portionenanzahl, mögliche Ausfälle der Hauptköchin und verschärfte Hygienevorschriften aus. 

Die FPÖ argumentierte nicht ganz einheitlich, aber mit eindeutiger Tendenz zur Fremdvergabe der Essensversorgung. 

Die SPÖ trat für den Erhalt der Schulküche ein.

Aus unserer Sicht ergeben die Fakten keinen Grund, die Schulküche abzuschaffen, und der höhere Preis sollte den Wechsel zur Diakonie eigentlich verbieten. Da die Versorgungssicherheit, wenn auch mit Mehraufwand für die Gemeinde, gewährleistet werden kann, ist die Frage für uns eindeutig mit der Beibehaltung der Schulküche beantwortet. 

Die Versorgung unserer Kinder mit Mittagessen soll nicht aus dem Einflussbereich der Gemeinde weggegeben werden.

Die Fraktionsgespräche endeten mit dem Hinweis, dass die Frage nun in den zuständigen Ausschuss kommt und dann in den Gemeinderat. Bei der Ausschusssitzung im November 2018 stand dieser Punkt nicht auf der Tagesordnung. Die Januarsitzung wurde mangels Tagesordnungspunkten abgesagt. Was hat das zu bedeuten?

Bestenfalls kann man das als Spielraum betrachten, seine eigene Meinung noch nachdrücklich beim Bürgermeister und beim Gemeinderat zu Gehör zu bringen. Zögern Sie nicht!

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